Seit 1998 braue ich Bier im eigenen Heim, seit Anfang 1968 versuche ich, Bilder mit Kameras zu machen. Photographieren (ich schreibe Delphin auch nicht mit "f") ist mein weitaus älteres Hobby.

Agfa ISO-RAPID IcAngefangen hat es mit einer silbernen "Agfa Iso-Rapid IC", einer einfachen Kamera mit Fixfocusobjektiv (42,5 mm Brennweite, Fixblende 8,5) und Blitzwürfelanschluß. Immerhin standen zwei Belichtungszeiten zur Verfügung:

  • 1/40" (Bewölkt oder Blitz)
  • 1/80" (Sonne).

Der Agfa Rapid-Film hatte ein Negativformat von 24 mm x 24 mm und eine Kapazität von 16 Aufnahmen/Film. Für Jahre ein treuer Begleiter.

Das Hobby blieb, in der Schule gabe es eine Foto AG und so trat (es muß 1975 gewesen sein) eine Spiegelreflexkamera, die Mamiya MSX 500 in die Fußstapfen. Mamiya, heute bekannt durch Mittelformatkameras. war seinerzeit ein innovativer Kamerahersteller auch von Kleinbildkameras. So verfügte die Mamiya MSX 500 über einen M42-Objektivanschluß mit Objektivveriegelung und Offenblendmessung - damals einzigartig. Man konnte dafür entweder Mamiya-Objektive oder unter Verzicht auf die Offenblendmessung eine Vielzahl Objektive anderer Hersteller verwenden.

mamiya MSX 500Die Belichtungsmessung erfolgte über eine 10% des Bildfeldes umfassende Meßzelle, ein hervorragender Kompromiss zwischen einer Duchschnittsmessung über das Bildfeld und einer Selektivmessung (dies boten die Schwestern der Baureihe DSX). Längste Belichtungszeit, der Name ist Programm, war 1/500", die Kamera hatte keinen Blitzschuh (es gab auch Varianten mit einem solchen) und keinen Selbstauslöser.

Das Standardobjektiv hatte sechs Linsen in vier Gruppen, 50 mm Brennweite und eine größte Blende von 2,0. Bald kamen ein Teleobjektiv mit einer Brennweite von 135 mm (Beroflex) und ein Weitwinkelobjektiv von Mamiya mit einer Brennweite von 28 mm (f=2,8) hinzu. Die Mamiya begleitete mich durch die Schulzeit und die Foto AG des Hermann-Billung-Gymnasiums unter Leitung von Klaus Seidel.

In den 80er Jahren war ich auf der Suche nach einem Nachfolger. Mamiya stellte übrigens 1984 nach dem Konkurs der Mutterfirma Osawa die Produktion von Kleinbildkameras ein. Die letzten Modelle wurden auch von Quelle unter dem Namen Revue vertrieben: die Mamiya ZE-X als Revue X-4m und die Mamiya ZE-2 als Revue AM Quartz.

Chinon CP-5sNachfolger wurde eine Chinon CP-5s. Auch Chinon ist als Kameraproduzent bei uns nicht bekannt. Chinon produzierte viele Kameras für andere Marken - unter anderem auch für Revue (so entsprach die Revue AC 3s der Chinon CP 5). Sie bot zwei Programmautomatiken, Zeitautomatik nach Blendenvorwahl oder manuelle Einstellungen. Die Belichtungsmessung erfolgte entweder über das Bildfeld gemittelt oder als echte Spotmessung. Dank des Pentax K-Bajonettanschlusses stand auch für die Chinon CP-5s eine große Objektivauswahl zur Verfügung.

Seit Anfang 2004 gehört Chinon zur Eastman Kodak Company.

In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts ließ mein Interesse an der Photographie nach. Kurz vor der Jahrtausendwende erwachte es wieder und in die Nachfolge der Chinon trat eine Nikon F90X nebst Zubehör.

Diese Kamera verwende ich noch heute, allerdings hat sie digitale Schwestern bekommen. Über sechs Jahre verwendete ich eine Nikon D300. Gute Bildqualität, ein sehr gut arbeitendes Autofokussystem, die seit Jahren vertrauten Menues der Nikon-Kameras machten das Arbeiten mit dieser Kamera für mich sehr angenehm. Die Möglichkeit der Viedeoaufzeichnung, die ihre bis heute erhältliche Nachfolgerin die Nikon D300S bot, habe ich bislang nicht vermisst. Sechs Jahre sind in der digitalen Welt eine sehr lange Zeit und so wurde sie 2014 durch eine Nikon D610 ersetzt.

Als leichtere Alternative haben sich Bridgekameras von Panasonic bewährt. Ich bin Anhänger der Baureihe LUMIX FZX8, bzw. der FZ1XX(X). Erträglich schnell arbeitende, zuverlässige Autofokussysteme und gute Optiken sprechen für Kameras dieser Baureihen. Das aktuelle Spitzengerät dieser Baureihen ist die DMC-FZ1000. Ein großer Sensor, für eine Kompaktkamera relative geringes, sichtgbares Rauschen und ein auch bei schlechten Lichtverhältnissen schnell und präzise arbeitendes Autofokussystem zeichnen diese Kamera aus.

Und noch etwas spricht für die Kameras von Panasonic: Beim Photographieren von Menschen tut man sich viel leichter als mit einer Spiegelreflex. Richtet man diese auf einen Menschen, geht er recht zügig "in Deckung". Photographiert man ihn mit der den deutlich zierlicheren Kameras dieser Baureihen, passiert das nicht so schnell oder gar nicht (deren weiter Zoombereich wird von den meisten Photographierten nicht ernst genommen).

Einen Ausflug in die Fujitsuwelt (S100FS) habe ich aufgrund des imho langsamen und ungenauen Autofokussystems und für mich deutlich wahrnehmbarer chromatischer Aberrationen des Objektivs schnell beendet.

Sinister

 

27.09.2014 | 176295 Aufrufe